Bahnstrecke Landsberg am Lech–Schongau

Die Bahnstrecke von Landsberg am Lech nach Schongau über Fuchstal, Denklingen und Hohenfurch, auch Fuchstalbahn genannt, ist eine Bahnstrecke, die im Hinblick auf den Güterverkehr errichtet wurde, so dass die meisten Bahnhöfe über einen Kilometer vom namensgebenden Ort entfernt sind.

Am 1. November 1872 wurde die Bahnstrecke Buchloe–Kaufering–Landsberg am Lech eröffnet. Damit erhielt Landsberg Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Die Teilstrecke Buchloe–Kaufering wird heute zur bayerischen Allgäubahn gerechnet. Die restlichen 4,83 Kilometer führen von Kaufering nach Landsberg am Lech. Die Fuchstalbahn führt 28,71 Kilometer weiter bis Schongau und wurde am 16. November 1886 für den Verkehr freigegeben.
Schon 1877 wurde eine Verbindungsbahn Kaufering–Bobingen(–Augsburg) eröffnet. Damit wurde der Bahnhof Landsberg am Lech zur Nahtstelle zwischen der Lechfeldbahn Augsburg–Landsberg und der Fuchstalbahn Landsberg–Schongau.
Von 1907 bis 1929 bestand am Bahnhof Kinsau Anschluss zur Kinsauer Zahnradbahn, die als Werkbahn die am Lech gelegene Holzstofffabrik mit der Fuchstalbahn verband.
1984 wurde der regelmäßige Personenverkehr auf dieser Strecke eingestellt, während der Güterverkehr seit 1998 von der Augsburger Localbahn kontinuierlich durchgeführt wird.
Die Streckenbesitzerin DB Netz sanierte 2010–2013 den Großteil der Strecke und tauschte hierzu Gleise und Schwellen aus. Dabei wurden im Oktober 2013 die vorhandenen Reste des Bahnsteigs im ehemaligen Bahnhof Hohenfurch abgebaut.
Im Kontrast zum immer weiter steigenden Verkehrsaufkommen auf der parallel verlaufenden B 17 und der positiven Wanderungsbilanz in die Regionen um München, insbesondere der Region Lech, fordert die Initiative Fuchstalbahn e. V. seit einiger Zeit die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke und organisiert hin und wieder Sonderfahrten in Kooperation mit Eisenbahnverkehrsunternehmen sowohl mit historischen Dampfzügen als auch mit modernen Triebzügen (so an den Sommerferienwochenenden 2009 mit einem Triebwagen der Bayerischen Regiobahn), seit Juli 2015 auch mit einem historischen Schienenbus der Baureihe VT 98.
Auch der Landkreis Landsberg am Lech unterstützt diese Forderungen. Bedenken wurden jedoch in der Stadtverwaltung von Landsberg am Lech u. a. wegen der dadurch häufiger geschlossenen Bahnschranken über Hauptverkehrsstraßen im Stadtbereich geäußert. Bereits 2002 hatte ein Gutachten eine Reaktivierung des Personenverkehrs positiv bewertet, die bayerische Staatsregierung lehnte jedoch die Reaktivierung wegen der seinerzeit auf 10–13 Millionen Euro bezifferten Kosten zur Wiedererrichtung der Infrastruktur ab. Aktuell werden die Infrastrukturkosten – Errichtung der benötigten Haltepunkte, Sicherung der Bahnübergänge und entsprechende Sicherungstechnik (Streckenstellwerk) – auf etwa 20 Millionen Euro geschätzt, die zu erheblichem Teil von den beteiligten Gemeinden zu tragen wären. Mitte 2013 wurde die Einholung eines aktualisierten Gutachtens diskutiert, das je zur Hälfte vom Landkreis Landsberg und vom Landkreis Weilheim-Schongau finanziert werden und 2014 vorliegen sollte. Mit Stand Dezember 2013 war es jedoch nicht in Auftrag gegeben. Im Februar 2014 äußerte sich der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann ablehnend zu einer Mitwirkung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft an einem solchen Gutachten.
Es gibt Überlegungen, die auf der Pfaffenwinkelbahn von Weilheim zum Bahnhof Schongau verkehrenden Züge auf der Trasse der Fuchstalbahn nach Norden zu einem neuen, beim Schongauer Krankenhaus gelegenen Haltepunkt Schongau-Nord weiterfahren zu lassen.