Funkzugbeeinflussung

Als Funkzugbeeinflussung (abgekürzt FZB) bezeichnete eine seit Mitte der 1970er Jahre geplante, aber nie realisierte Form der Linienzugbeeinflussung, bei der die Informationsübertragung über Funk und die Ortung des Zuges über Sender im Gleis, ähnlich den heutigen Balisen, erfolgen sollte.

Mitte der 1970er Jahre wurde beschlossen, eine funkbasierte Datenübertragung zwischen Strecke und Fahrzeug als Alternative zur aufwendigen Verlegung eines Linienleiters bei der Linienzugbeeinflussung zu entwickeln. Dabei war bereits das Anfang der 1980er Jahre fertiggestellte neue Fahrzeuggerät LZB 80 auf den Anschluss des Funkgeräts sowie des Lesegerätes für die Positionsdatensender im Gleis vorbereitet.
Ende 1980er Jahre wurde überlegt, die LZB-Führung über Richtfunk im 40-GHz-Band zu ersetzen. Zur Ortung des Fahrzeuges wurden dabei eine Funklaufzeit-Messung, eine Satellitenortung, ein System mit Ortungspunkten im Gleis sowie eine Kombination dieser Varianten erwogen. Untersuchungen ließen bis dahin keinen wirtschaftlichen Betrieb einer Funk-LZB erwarten.
Mitte der 1990er Jahre wurde für hochbelastete Strecken ein durchgehendes, überlappendes Funkzellen-Systemen erwogen, während bei wenig belasteten Strecken eine Abdeckung zumindest an Weichenbereichen vorgesehen war.
Mitte 1998 war geplant, in einem Pilotprojekt ab 1999 die FZB zwischen Halle/Leipzig und Ludwigsfelde zum Einsatz zu bringen. Je eine Steuerzentrale sollte dabei für die insgesamt 183,5 km umfassenden Streckenabschnitte Halle/Leipzig–Jüterbog und Jüterbog–Ludwigsfelde zum Einsatz kommen. In den Steuerzentralen sollte auf Basis übermittelter Daten kontinuierlich ein optimiertes Betriebsprogramm errechnet und daraus Anweisungen für den Triebfahrzeugführer generiert werden. Bei Abweichungen von diesen Vorgaben sollte der betroffene Zug automatisch angehalten werden. Zehn Lokomotiven sollten für den Versuchsbetrieb umgerüstet werden. Bei erfolgreichem Einsatz sollten die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main ebenso mit FZB ausgerüstet werden wie die die Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle sowie die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt.
Ende 1998 war vorgesehen, die FZB ab Mai 1999 zwischen Halle/Leipzig und Jüterbog zum Einsatz zu bringen. Anfang 2001 war stattdessen geplant, ab Anfang April 2001 ERTMS zwischen Berlin und Leipzig einzusetzen.
Bei der Funkzugbeeinflussung werden die Grundelemente der Linienzugbeeinflussung beibehalten. Auch für den Lokführer gibt es in Bedienung und Anzeigen keinen Unterschied zur Linienzugbeeinflussung.
Nur der Weg der Informationsübertragung zwischen Strecke und Fahrzeug wird geändert: Während diese bei der Linienzugbeeinflussung induktiv über eine Kopplung zwischen einem im Gleis verlegten Kabel, dem Linienleiter, und einer Antenne unter dem Fahrzeug erfolgt, arbeitet die Funkzugbeeinflussung über Richtfunkstrecken. Dabei sollten an der Strecke alle 800 m bis 2000 m in beide Richtungen abstrahlende Antennen angebracht werden.
Bei der Linienzugbeeinflussung kann zwischen den parallelen Gleisen eines Bahnhofs oder einer Strecke dadurch unterschieden werden, dass jedes Gleis eine eigene Linienleiterschleife besitzt. Außerdem werden die Kreuzungsstellen des Linienleiters zur Feinortung verwendet. Da dies bei der Funkzugbeeinflussung nicht mehr möglich ist, müssen, ähnlich wie bei ETCS Level 2, Sender im Gleis platziert werden, die dem Fahrzeug den Standort mitteilen. Diese Sender werden ähnlich wie die heute verwendeten Eurobalisen durch ein vom Fahrzeug ausgesendetes elektromagnetisches Feld mit Energie versorgt und benötigen daher keine Stromversorgung vor Ort. Dabei sollten die Positionssender seitlich neben dem Gleis platziert werden, so dass eine eindeutige Zuordnung der Fahrtrichtung ermöglicht werden sollte.
Neben einem mit der existierenden Linienzugbeeinflussung vergleichbaren System waren auch vereinfachte Bauformen angedacht:
Gegenüber der Linienzugbeeinflussung werden folgende Vorteile genannt:

Rolf Schneebiegl

Rolf Schneebiegl, bürgerlich: Roland Richard Gottfried Leo Schneebiegl (* 8. Juni 1924 in Rodisfort, Tschechoslowakei; † 10. August 2004 in Bühl), war ein deutscher Musiker der volkstümlichen Musik und des Jazz (Vibraphon, Trompete). Er war der Gründer und Leiter der Original Schwarzwaldmusikanten, welche im badischen Teil des Schwarzwaldes zu Hause sind.

Schneebiegl wurde in der Tschechoslowakei als Sohn eines bayerischen Vaters und einer böhmischen Mutter geboren. Mit 10 Jahren besuchte er die Musikschule, wo er Waldhorn, Klavier, Violine sowie Harmonielehre studierte. Mit 17 war er Hornist im städtischen Orchester Brüx. Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat und wurde 1943 in Russland verwundet, so dass er nicht mehr an die Front musste und daher in den Offizierskasinos Klavier, Akkordeon und Kontrabass spielen konnte. Anschließend war er Mitglied in einem Kur- und Symphonieorchester. Nach dem 2. Weltkrieg kam er nach Bayern.
Im Jazz spielte er bei Hans Rosenfelder 1947 und Freddie Brocksieper (1948). 1948 gründete er in München zusammen mit Max Greger das Enzian-Sextett und 1952 trat er als Trompeter in das Orchester Kurt Edelhagen ein, das seinerzeit als Bigband des Südwestfunks in Baden-Baden fungierte. Er gehörte auch zu den Edelhagen All Stars. Einige Mitglieder des Orchesters spielten in ihrer Freizeit volkstümliche Weisen und so kam man auf die Idee, ein entsprechendes Blasorchester zu gründen. So entstanden die „Original Schwarzwaldmusikanten“. Bei ihnen spielte einige Jahre später auch der als Solist erfolgreiche Walter Scholz. Schneebiegl spielte auch noch unter Eddie Sauter in der SWF-Bigband und unter Rolf-Hans Müller im SWF-Tanzorchester, hatte eigene Jazz-Combos, spielte mit Hans Koller und 1964 mit Friedrich Gulda und im NDR Jazzworkshop. Er nahm auch mit Art Farmer und mit Maynard Ferguson auf. Ebenso leitete er von 1968 bis 1995 die Stadtkapelle Freistett.
Schneebiegl war seit 1964 in zweiter Ehe verheiratet mit Felicitas. Das Paar hat zwei Söhne (Olaf und Thomas) und eine Tochter (Stefanie). Aus erster Ehe stammt der Sohn Wolfgang.
Die Schwarzwaldmusikanten produzierten ca. 20 LPs, und konnten bald zahlreiche Preise gewinnen, unter anderem den „Preis der Deutschen Phonoakademie“ als bestes Blasorchester. Der Klang des Blasorchesters galt in der Tat in den 70er Jahren dem Orchester von Ernst Mosch ebenbürtig. Neben Walter Scholz prägten besonders Konzertmeister Ferenc Aszodi am Flügelhorn mit einem besonders samtigem Ton, Gerd Husemann an der Flöte und Piccoloflöte, und Bernd Fischer an der Es-Klarinette den Klang der Schwarzwaldmusikanten ganz besonders. Ernst Mosch berief 1978 viele Musiker von Rolf Schneebiegl, und konnte ihn selbst auch als Arrangeur gewinnen. Schon zuvor hatten Walter Scholz, Karl Kraft und Erwin Wolf in beiden Orchestern gespielt.
Schneebiegl sorgte für eine hohe Vielfältigkeit der Titelauswahl der Schwarzwaldmusikanten, die damals war gegenüber allen anderen Blasorchestern wesentlich höher war. Neben der Darbietung volkstümlicher Märsche, Polkas und Walzer, die oft von den Mitgliedern des Orchesters komponiert wurden, waren die Schwarzwaldmusikanten der Vorreiter mit konzertanten Solostücken mit Blasorchester. Neben zahlreichen Trompetenstücken von Walter Scholz spielte Schneebiegl einige Soli für praktische alle Instrumente des Orchesters ein. Die LP „Volkstümliche Solistenparade“ gilt als musikalischer Höhepunkt des Orchesters. Das Repertoire umfasste ferner Operettenmelodien, Konzertwalzer, sowie viele badische und schwäbische Volksweisen. Das Orchester war 1970 bis 1984 in mehreren Fernseh- und Rundfunkveranstaltungen zu hören und zu sehen. Ab 1982 erfolgten praktisch keine Auftritte mehr.
Ca. die Hälfte der Titel war besungen, ab 1975 meist von Gaby und Jörg Seitz, mehrere Titel auch mit zusätzlich Chor, vor 1975 auch in einzelnen Titeln von Barbara Rosen, Roland Steinel, den Höfer-Zwillingen und dem Hellberg-Duo.
Die Stammbesetzung des Orchesters war: Gerd Husemann, Flöte und Piccoloflöte – Bernd Fischer, Es-Klarinette – Helmut Reinhard (lead), Johann Veigl, Rudolf Flierl, Hugo Moser; B-Klarinetten – Ferenc Aszodi (lead), Klaus Mitschele, Hugo Braun, Edgar Withum, Hans Loy; Flügelhörner – Walter Scholz (lead), Horst Kraus, Horst Rabe, Trompete – Heinz Herrmannsdörfer (lead), Gerd Lachmann, Georg Höhne, Pirmin Mast, Martin Dalgauer, Edgar Schaum, Wolfgang Eckerle; Tenorhörner und Posaunen – Gerd Georgi, Manfred Stöckl, Klaus Karcher; Tuba – Herrmann Mutschler (lead), Roland Hensel, Schlagzeug. Rolf Schneebiegl selbst spielte zu manchen Stücken Trompete und Xylophon.
Alben (Auswahl)

Carl Joseph Luther

Carl Joseph Luther (häufig auch C. J. Luther oder CIL; * 11. November 1882 in Euskirchen oder Gießen; † 6. Juni 1968 in München) war ein deutscher Skipionier, Sportjournalist und Autor.

Die Eltern von Carl Joseph Luther waren der Bierbrauer Joseph Luther (* 1849) und Maria Anna Dengler.
Luther besuchte ab 1897 das Gymnasium des Schweizer Klosters Einsiedeln. Anschließend studierte er an der Universität Freiburg im Üechtland Kunstgeschichte und Journalistik. Im Oktober 1905 ging er aus gesundheitlichen Gründen zur Rigi, wo er die Skisportler Thorleif Björnstad und Leif Berg traf und das Skifahren lernte. Fortan war er selbst als Sportler aktiv und schrieb als Journalist über das Skifahren, unter anderem bei den Zeitungen Der Bund und Deutsche Alpenzeitung. In München gründete er die Zeitschrift Der Winter, für die er insgesamt 28 Jahrgänge gestaltete. 1908 war er Sprungsieger bei den deutschen Skimeisterschaften. 1911 veröffentlichte er das Buch Schule des Schneelaufs, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. 1913 und 1914 gewann er jeweils einen Silberbecher beim Springen auf dem Holmenkollbakken. Zudem war er erster Lehrwart des Deutschen Skiverbandes.
Am Anfang des Ersten Weltkrieges gab er dem bayrischen König Ratschläge zum Einsatz des Skifahrens im Krieg, was zur Bildung von Skicorps führte. Luther heiratete im Jahr 1914 Agnes Volger. Im Anschluss an den Krieg war er als Skilehrer und Planer von Skisprungschanzen tätig. Er war an der Planung der Sprungschanzen von Ernstthal, Schreiberhau, Baiersbronn, Berchtesgaden, Oberstdorf, Marienbad, München Icking und Garmisch-Partenkirchen beteiligt. Luther starb 1968 und wurde an seinem letzten Wohnort Garmisch-Partenkirchen begraben.
Er erhielt 1966 das Bundesverdienstkreuz am Bande und war unter anderem Ehrenmitglied des Deutschen Skiverbands, des Deutschen Kanu-Verbandes und des Deutschen Camping-Clubs. Er veröffentlichte mehr als 50 Bücher und Broschüren.
Neben dem Wintersport betrieb Luther Kanusport. Er war ein Freund des Faltbooterfinders Alfred Heurich und trug nach dessen Ansicht viel zur Verbreitung des Faltbootsports bei.

Livia Cotta

Livia Cotta (* 1. November 1970 in Berlin) ist seit 2013 die Geschäftsführerin der parteinahen Heinrich-Böll-Stiftung e. V.
Cotta studierte von 1989 bis 1996 Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist approbierte Ärztin. Berufsbegleitend erwarb sie 2008 den Master of Business Administration an der Technischen Universität München.
Bis zu ihrer Approbation 1998 arbeitete sie als Ärztin in der Medizinischen Klinik der Charité. Anschließend war Livia Cotta bis 2007 in der Redaktion und im Veranstaltungsmanagement beim Thieme Verlag tätig. In den darauffolgenden zwei Jahren arbeitete sie als Abteilungsleiterin Marketing und Kommunikation bei der Hocoma AG, einem Schweizer Medizintechnikunternehmen. Als Medizinische Direktorin bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gGmbH konnte sie von 2009 bis 2013 Erfahrungen im Management einer international tätigen Non-Profit-Organisation aufbauen. Die parteilose Cotta löste am 1. April 2013 Birgit Laubach in deren Funktion als Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. ab.

ArjoHuntleigh

ArjoHuntleigh ist ein Medizintechnik-Hersteller mit Hauptsitz in Malmö, Schweden. Das Produktportfolio umfasst Ausstattung im Bereich Medizintechnik und integrierte Lösungen für Patientbehandlung, wie Pflegebetten und Patientenlifter, und Hygiene, sowie für die Verhinderung von Dekubitalgeschwüren und tiefen Beinvenenthrombosen (TVT), Desinfektion, beispielsweise Steckbeckenspüler, und Diagnose. Er gehört wie Maquet zur schwedischen Getinge AB. Das Unternehmen ging 2007 aus der Fusion von ARJO und Huntleigh Technology hervor.

Das Unternehmen ARJO wurde 1957 von Arne Johansson in der schwedischen Stadt Eslöv, gegründet. Der Unternehmensname besteht aus den ersten beiden Buchstaben des Vor- und Nachnamens des Unternehmensgründers. Arjo fungiert zunächst als Zulieferer von Komponenten und Maschinenteilen für Hersteller von Medizinprodukten. 1972 entwickelte das Unternehmen die erste höhenverstellbare Badewanne und führte sie im Markt ein. 1993 wird die Aktie des Unternehmens an der Börse Stockholm und der London Stock Exchange eingeführt. 1995 erfolgt die Fusion mit dem schwedischen Unternehmen Getinge, in dessen Geschäftsbereich “Extended Care” es mit seinem Markennamen weitergeführt wird. 2004 übernimmt Arjo das Unternehmen BHM Medical und rundet mit dessen Deckenlifter sein Sortiment an Personenliftern ab. 2007 kam es zur Fusion von Arjo und Huntleigh Nesbit Evans (HNE).
1969 erfolgte in Luton die Gründung der Flowtron Aire Ltd, dem Vorgängerunternehmen von Huntleigh Healthcare, 1975 die der Huntleigh Group Ltd. 1985 erfolgt der Börsengang des Unternehmens als Huntleigh Technology PLC an der London Stock Exchange. 1993 übernimmt Huntleigh die Nesbit Evans Group und firmiert als HNE Huntleigh Nesbit Evans. 2007 kommt es zur Fusion von Arjo und Huntleigh Nesbit Evans (HNE). Luton ist jetzt der Sitz der ArjoHuntleigh International Ltd.
2012 übernahm ArjoHuntleigh den Bereich Dekubituslagerungssysteme von Kinetic Concepts..

Nesselbach (Aisch)

BW
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Der Nesselbach ist ein etwa 9 km langer, ostwärts laufender Bach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Bayern, der beim Ortsteil Schauerheim der Kreisstadt Neustadt an der Aisch von links und Nordwesten in die mittlere Aisch mündet.
Der Bach entsteht beim Rehhof von Bad Windsheim am Ausfluss eines ersten kleinen Vorteichs und durchfließt kurz nacheinander einen zweiten Vorteich und einen etwa 1,5 ha[BA 4] großen Weiher. Er läuft in einem nur schwach nach links ausholenden Bogen insgesamt etwa ostwärts. Nachdem er das Windsheimer Stadtgebiet verlassen und einen unbesiedelten Südostzipfel der Deutenheimer Teilortsgemarkung von Markt Sugenheim durchquert hat, verläuft er bis zur Mündung ständig im Stadtgebiet von Neustadt an der Aisch. Als nächsten Ort passiert er das Dorf Obernesselbach dicht an der nördlichen Bebauungsgrenze, danach wechselt die ihn vorher rechts begleitende Talstraße Kreisstraße NEA 6 auf die andere Seite. Kurz darauf kreuzt er die talquerende NEA 26 und berührt dabei südlich das Neustädter Pfarrdorf Unternesselbach, weiter abwärts das kleine Dorf Hasenlohe am rechten Ufer. Am Südwestrand von Schauerheim mündet er von links in die mittlere Aisch.
Der Nesselbach verläuft auf ganzer Länge in einer recht flachen Mulde durch offene Flur, oft reichen Acker bis ans Ufer heran. Der fast mäanderlose Graben hat über lange Strecken keinerlei Staudenbewuchs am Ufer. Auf den 9,2 Kilometern seines Laufes hat er ein absolutes Gesamtgefälle von etwa 65 Höhenmetern und damit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 7 ‰.
Die Zuflüsse von der Quelle bis zur Mündung sind (Länge nach dem BayernAtlas[BA 2]. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt):
Amtliche Topographische Karte mit passendem Ausschnitt: Lauf und Einzugsgebiet des Nesselbachs Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: BayernAtlas der Bayerischen Staatsregierung (Hinweise)

Tragik der Anti-Allmende

Die Tragik der Anti-Allmende (engl. tragedy of the anticommons) beschreibt das Dilemma, bei dem die Vielzahl an Rechteinhabern das Erreichen eines sozial erwünschten Resultats unmöglich macht. Der englische Ausdruck dieses Neologismus wurde vom US-amerikanischen Rechtsprofessor Michael Heller geprägt.

Der Begriff stützt sich auf den Begriff Tragik der Allmende. Während die Tragik der Allmende in der Übernutzung eines Gutes besteht, an dem viele Nutzungsrechte haben aber bei dem keine Ausschließbarkeit besteht, beschreibt die Tragik der Anti-Allmende ein spiegelbildliches Dilemma: Eine große Anzahl an Rechteinhabern hat kein alleiniges Nutzungsrecht an einem Gut, hat aber das Recht, die anderen von der Nutzung auszuschließen. Es besteht in diesem Fall die Gefahr, dass das Gut nicht oder zu wenig genutzt wird. Eine Anti-Allmende verschärft die Gefahr verwaister Werke.
Das Konzept liefert einen einheitlichen Rahmen für eine Reihe von Misserfolgen in der Koordination wie Patenthortung, U-Boot-Patente, Nagelhäuser und weitere, meist bürokratische Probleme. Solches Systemversagen zu überwinden kann schwierig sein und möglicherweise in Gewalt ausarten. Aber es gibt verschiedene Lösungsansätze wie Enteignung, Fristen für rechtliches Agieren, Patent-Pools wie Kreuzlizenzierung oder andere Arten der Lizenzorganisierung.
Das Problem der Anti-Allmende wurde von dem US-amerikanischen Rechtsprofessor Frank Michelman in einem Artikel aus dem Jahr 1982 eingeführt. Michael Heller popularisierte den Begriff von der Tragödie der Anti-Allmende in zwei Artikel aus den Jahren 1998 und 1999.
Die Tragik der Anti-Allmende lässt sich nach Zuweisung bzw. Nicht-Zuweisung von Eigentumsrechten und Ausgang einordnen:
In Hellers Artikel aus dem Harvard Law Review von 1998 schrieb er, dass es nach dem Fall des Kommunismus in vielen Städten Osteuropas eine Menge Straßenstände gab, aber auch viele leere Ladenlokalitäten. Auf eine Untersuchung hin kam er zum Schluss, dass das Problem in der Vielzahl von Departementen und Privaten lag, welche verschiedene Rechte über die Benutzung von Ladenlokalen hatten. Es war für einen Händler sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, erfolgreich den Gebrauch der Immobilien zu verhandeln. Obwohl alle Eigentümer mit den leeren Läden Geld verloren und die Läden sehr gefragt waren, machten es ihre gegenläufigen Interessen unmöglich, die Immobilien effektiv zu nutzen.
Patente werden häufig als Beispiel der Tragik der Anti-Allmende angeführt, weil ein Patenteigner Exklusivrechte über die Verwendung der patentierten Technologie besitzt. Wenn nun die Herstellung eines bestimmten Produktes die Verwendung vieler Techniken und Komponenten beinhaltet, welche durch verschiedene Leute oder Firmen patentiert wurden, kann es sehr schwierig sein, mit allen Patenteignern zugleich geeignete Verträge auszuhandeln. Dies kann dazu führen, dass jemand so viele Lizenzgebühren bezahlen müsste, dass es zu teuer oder zu riskant würde, das gewünschte Produkt herzustellen. In der Folge würde ein Produkt, welches viele Innovationen vereinen würde und sehr gefragt wäre, nicht hergestellt werden, nur weil die Kosten der notwendigen Patente zu hoch wären.
Die potenziellen Hersteller verlieren, die Patenteigner verlieren, Konsumenten, welche von der Technologie profitiert hätten, verlieren, und unter Umständen kann auch die Umwelt verlieren, wenn das Produkt eine umweltschädliche Technologie ersetzt hätte. Wenn medizinische Technologie involviert ist, können sogar Menschen ihr Leben verlieren. Da die verantwortlichen Patenteigner auch Konsumenten sind, verlieren sie doppelt. Paradoxerweise geschieht dies, wenn oder gerade weil sie sich eigentlich „rational“ verhalten, um ihre Ressourcen für ihr Eigeninteresse optimal zu nutzen.
Für viele Produkte muss ein Hersteller den Gebrauch mehrerer Patente aushandeln. Zum Beispiel enthält ein DVD-Spieler zahlreiche Teile, welche von verschiedenen Firmen patentiert wurden. Ein einziger Mikrochip kann über 5000 verschiedene Patente tangieren. Infolgedessen kann niemand einen DVD-Player oder Mikrochip herstellen, ohne dass jeder einzelne Patenteigner der Lizenzierung seiner Patente zustimmt. In vielen Industrien stimmen Patenteigner entweder einer Kreuzlizenzierung ihrer Patente zu (d. h., du kannst unsere benutzen, wenn wir eure benutzen können) oder sie arbeiten eine gemeinsame Lizenzierungsvereinbarung aus, welche die Produkte erschwinglich macht. Das heißt im Allgemeinen für DVD-Spieler, Computerkomponenten und andere Unterhaltungselektronik, dass die Kosten für die Lizenzierung der Patente selten viel höher sind als die Herstellungskosten. Die Patente für einen DVD-Spieler beispielsweise betragen etwa 20 US-Dollar für die billigsten Modelle.
Dank der vereinfachten Patentierung biologischer Entdeckungen ist es wahrscheinlich, dass jeder, der in der biomedizinischen Forschung tätig ist, mehrere patentierte Prozeduren anwenden muss, um ein vermarktbares Produkt zu entwickeln. Da diese Patente jedoch kurzlebig sind und nur wenig Patente in vermarktbaren Produkten enden, ist es für das Erforschen neuer Behandlungen und Prozesse oft unverhältnismäßig teuer und resultiert in der Ablehnung des Produktes auf dem Markt. Tatsächlich kann ein Patenteigner bereits die Forschung selbst als Patentverletzung einklagen und eine Lizenzgebühr erheben, auch wenn die Chance auf ein marktfähiges Produkt klein ist.
Jedenfalls kann bereits ein fragwürdiges Patent die Markteinführung eines Produkts rechtlich unmöglich machen. Bei einem Streit zwischen Research In Motion und NTP, Inc. ging es um ein einziges Wireless-E-Mail-Patent, welches ein Schlüsselbestandteil des Blackberrys darstellt. Es resultierte in einer Einsprache, welche den Verkauf des BlackBerrys in den USA verhindert hätte, wenn es nicht nur bei der Einsprache geblieben wäre.
Auch der Konkurrenzkampf um Urheberrechte kann die Vermarktung eines Produktes zu einem vernünftigen Preis verhindern, wodurch dem Urheberrecht-Inhaber Tantiemen von großem Wert entgehen können. WKRP in Cincinnati war zum Beispiel eine der populärsten Sitcoms aller Zeiten in den USA. Während viele der Fernsehsendungen der 1980er Jahre erfolgreich auf DVD veröffentlicht wurden, war WKRP jedoch viele Jahre lang nicht auf DVD erhältlich.
Grund war, dass die Urheberrechte an der Filmmusik auf eine Vielzahl von Rechteinhabern verteilt waren: Die Fernsehproduzenten der Sendung hatten zwar Abkommen mit Musiklizenzagenturen wie ASCAP und BMI, wonach für jedes Lied, das in der Fernsehshow vorkam, eine Gebühr zentral an diese Lizenzagenturen bezahlt werden musste. Diese Abkommen galten jedoch nicht für DVDs. Die Produzenten der Serie mussten auf die ursprünglichen Inhaber der Urheberrechte zurückgreifen und sahen sich vor der Aufgabe, mit mehreren Dutzend Komponisten einzeln zu verhandeln. Der jetzige Besitzer der Sendung, 20th Century Fox, hat schließlich die Show 2007 auf DVD herausgegeben, wobei er Musik, für die er keine Rechte bekommen konnte, durch ähnliche Stücke ersetzt hat.
Um Straßen, Gleise und weitere Infrastruktur zu bauen, wurde die Enteignung schon lange als notwendiges Instrument betrachtet. Ohne Enteignung muss jeder einzelne Grundbesitzer entlang einer Strecke dem Verkauf seines Landes und damit dem Bau zustimmen. Auch hier wird das Problem der Anti-Allmende deutlich, da jeder einzelne Landbesitzer den Bau einer Straße stoppen kann. Die Möglichkeit, dass eine einzige Person ein Veto gegen ein Projekt einlegen kann, stellt ein großes unternehmerisches Risiko dar und kann den Bau erheblich verteuern.
Originalartikel:
Entwicklung eines formalen Modells:

Peter Frommhold von Löwis of Menar

Peter Frommhold von Löwis of Menar (* 9. Februar 1769 in Sackhof, Estland; † 28. November 1829 ebenda) war ein baltischer Adeliger, schottischer Abstammung, aus dem Adelsgeschlecht Löwis of Menar. Er war russischer Major und später Agrarpolitiker und Hakenrichter.

Peter Frommhold von Löwis of Menar wurde als dritter Sohn des Reinhold Friedrich von Löwis of Menar (1731–1794) und dessen Ehefrau Dorothea Elisabeth Clapier de Colongue (1744–1799) geboren. Seine Brüder waren der russische Generalleutnant Friedrich von Löwis of Menar (1767–1824) und der Zeichner und Historiker Andreas von Löwis of Menar (1777–1839). Er diente im russischen Heer und erlangte den Dienstgrad eines Majors. Nach seinem Abschied aus der Armee wurde er ab 1793 Gutsbesitzer von Kandel und danach erbte er Sackhof. Ihm wurde das Amt eines Hakenrichters für die Gemeinde Strand-Wierland übertragen. In dieser Eigenschaft erließ er zwischen 1801 bis 1804 ein Gesetzbuch für die Bauern in Kandel. Hierin wurden das ländliche Nutzungsrecht und Gemeindegerichtsbarkeit festgelegt. Es beinhaltete auch die Möglichkeiten zum Erwerb der Freiheit und weitere administrative Ausführungsbestimmungen. P.F. Löwis of Menar setzte sich für die Entwicklung einer ländlichen Sozialstruktur und Schulwesens ein und unterstütze die Einrichtung eines Lehrerseminars.
Kandel (Kandla auch Kandle mõis) ist ein Erbrittergut und liegt bei Arensburg. Es besteht seit dem Mittelalter als Hof Wackerselge in der Wacke und wurde 1542 erwähnt. 1548 wurde der Besitz erheblich vergrößert und bestand aus zwei Dörfern. Von 1542 bis 1730 gehörten der estländischen Familie Berg die Güter und wechselte 1793 an P.F. von Löwis of Menar. Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm die Familie v. Güldenstubbe das Gut und 1919 erbte Ludwig von Güldenstubbe das Rittergut. Seit 1909 gehörte das Gut Kandel zur Gemeinde Kergelhof und ging 1939 in die Gemeinde Kergel über
P.F. von Löwis of Menar heiratete 1798 Ottilie Charlotte Wilhelmine von Toll (1774–1804), aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:

William C. Campbell

William Cecil Campbell (* 28. Juni 1930 in Ramelton, Irland) ist ein US-amerikanischer Biochemiker und Parasitologe irischer Herkunft. Im Jahre 2015 erhielt er gemeinsam mit Satoshi Ōmura und Tu Youyou den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Er und Ōmura entdeckten den Arzneistoff Avermectin, der bei der Behandlung von parasitären Infektionen (insbesondere gegen Fadenwürmer) eingesetzt wird.
William C. Campbell wurde in eine Mittelstandsfamilie in Ramelton geboren. Er studierte am Trinity College der University of Dublin, an dem er 1952 seinen Bachelor erlangte. In der Folge begab er sich, durch ein Fulbright-Stipendium unterstützt, in die Vereinigten Staaten, wo er an der University of Wisconsin–Madison 1954 seinen Master machte und 1957 mit einer Arbeit über den Saugwurm Fascioloides magna zum Ph.D. promoviert wurde. Danach war er über 30 Jahre (bis 1990) am Merck Institute for Therapeutic Research tätig, in denen er unter anderem an der Entwicklung von Avermectin maßgeblich beteiligt war. 2002 wurde er zum Mitglied der National Academy of Sciences der Vereinigten Staaten gewählt.
Derzeit lehrt und forscht Campbell als emeritierter Professor an der Drew University in Madison, New Jersey.
Seit 1962 ist er US-amerikanischer Staatsbürger.

Bruno Kirchhof (FDP)

Bruno Kirchhof (* 21. Dezember 1890 in Schloß Brake, Lippe; † 20. November 1976 in Detmold) war ein deutscher Politiker der FDP.

Bruno Kirchhof besuchte die Volksschule und das Gymnasium. Er nahm ein Studium der Rechte auf und legte 1913 das Referendarexamen sowie 1918 das Assessorenexamen ab. Kirchhof schlug die Verwaltungslaufbahn im höheren Lippischen Staatsdienst ein. Von 1940 bis 1945 war er als Regierungsdirektor in der Lippischen Regierung Detmold tätig.
Bruno Kirchhof war ab 1945 Mitglied der FDP. Er wirkte ab 1948 als stellvertretender Vorsitzender und ab 1955 als Vorsitzender des Kreisverbandes Detmold. Kirchhof war Vorstandsmitglied des FDP-Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe. Von 1952 bis 1964 war er Ratsherr und Bürgermeister der Stadt Detmold. Er fungierte von 1952 bis 1969 als Mitglied des Kreistags Detmold sowie als Mitglied des Landesverbandes Lippe ab 1956.
Bruno Kirchhof war vom 7. November 1961 bis zum 20. Juli 1962 Mitglied des 4. Landtages von Nordrhein-Westfalen, in den er nachrückte.
Bruno Kirchhof (FDP) beim Landtag Nordrhein-Westfalen